Honda hat einen großangelegten Rückruf gestartet: Im Vereinigten Königreich sind rund 46.152 Einheiten der Civic‑Baureihe (Baujahre 2017–2021) betroffen. Der Grund ist alarmierend, denn es geht um nicht korrekt angezogene Radmuttern, die sich im schlimmsten Fall lösen und zum vollständigen Radverlust führen können. Als jemand, der täglich auf den Autobahnen rund um München unterwegs ist, ist mir klar: ein solcher Defekt gefährdet nicht nur einzelne Fahrer, sondern den Straßenverkehr insgesamt. Im folgenden Beitrag analysiere ich Hintergründe, Folgen und praktische Schritte, die betroffene Besitzer jetzt sofort unternehmen sollten.
Worum genau geht es?
Die Ursache liegt offenbar in der Montage: Bei einigen Fahrzeugen wurden die Radmuttern nicht mit dem vorgeschriebenen Drehmoment angezogen. Das bedeutet, dass sich diese Muttern mit der Zeit lockern können. Wird nicht rechtzeitig eingegriffen, kann dies zu einem fortschreitenden Lockerungsprozess und letztlich zu einem Radverlust während der Fahrt führen. Meldungen über ähnliche Fälle kamen auch aus anderen europäischen Ländern wie Deutschland, Frankreich, Portugal, Schweden und der Slowakei, sodass es sich nicht nur um ein regional begrenztes Problem handelt.
Welche Risiken bestehen konkret?
So reagiert Honda
Honda hat den Rückruf initiiert und informiert die betroffenen Halter per offizieller Mitteilung. Jeder Eigentümer erhält einen QR‑Code, über den die Registrierung und die Terminvereinbarung für die kostenlose Überprüfung und ggf. den Austausch der betroffenen Teile erfolgen sollen. Honda empfiehlt, das Fahrzeug weiterhin zu nutzen, bis der Inspektionstermin wahrgenommen wird — eine kommunikationsstrategische Entscheidung, die Panik vermeiden soll, aber durchaus diskutabel ist.
Warum ist das ein Qualitätsproblem?
Das Anziehen der Radmuttern ist eine Standardprozedur in der Endmontage — eigentlich einer der am strengsten kontrollierten Arbeitsschritte. Dass hier Fehler in großer Stückzahl passiert sind, wirft Fragen zur Qualitätskontrolle in der Fertigungskette auf: Gab es falsche Drehmomentvorgaben, defekte Drehmomentwerkzeuge, menschliche Fehler oder mangelhafte Nachkontrollen? Solche systemischen Schwächen sollten Hersteller ernsthaft prüfen, denn sie gefährden Reputation und Vertrauen.
Was betroffene Fahrer jetzt tun sollten
Was Werkstätten prüfen und tun werden
Die autorisierte Inspektion umfasst in der Regel das Nachziehen aller Radmuttern mit vorgeschriebenem Drehmoment, die Sichtprüfung auf Beschädigungen an Radbolzen und Felgen sowie ggf. den Austausch fehlerhafter Komponenten. Sollte tatsächlich ein Schaden vorliegen, ersetzt Honda die betroffenen Teile kostenfrei. Die zeitnahe Durchführung ist entscheidend, um das Risiko auf der Straße zu minimieren.
Breitere Auswirkungen auf Hersteller und Markt
Dieser Rückruf ist kein Einzelfall: In den letzten Monaten gab es mehrere größere Rückrufaktionen in Europa, auch bei anderen Herstellern. Für Honda bedeutet das einen Image‑Test: Schnelle, transparente und kundenorientierte Maßnahmen sind nötig, um das Vertrauen der Käufer zu erhalten. Langfristig sind Verbesserungen in der Qualitätskontrolle und in der Produktionsüberwachung unabdingbar.
Was Politik und Behörden tun können
Fazit für Autobesitzer
Ein großflächiger Rückruf wegen falsch angezogener Radmuttern ist ernster, als viele zunächst denken. Für betroffene Civic‑Haltern gilt: Sofort registrieren, Termin in der Vertragswerkstatt vereinbaren und im Zweifel vorerst Fahrten mit hoher Geschwindigkeit vermeiden. Für die Branche ist es erneut ein Weckruf, Produktionsprozesse und Endkontrollen streng zu überwachen. Nur so lässt sich vermeiden, dass aus einem technischen Fehler ein sicherheitsrelevantes Problem für viele Verkehrsteilnehmer wird.
