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Aston Martin Valen: 838 PS V12‑Monster mit Carbon‑Karosserie – die frontmotorige Supercar‑Sensatie, die Puristen auf die Barrikaden bringt

Aston Martin hat mit der neuen Valen ein kompromissloses Statement geliefert: V12‑Frontmotor, 838 PS und eine Karosserie, die eher an ein Rennwagen‑Prototyp als an eine klassische Grand Tourer‑Limousine erinnert. Als Fan von Technik und Straßenlage habe ich mir alle verfügbaren Details angesehen und ordne ein, warum diese auf 150 Exemplare limitierte Sonder‑Supercar mehr ist als nur pure Leistung – sondern ein bewusstes Bekenntnis zur traditionellen, lauten und leichten Verbrenner‑Ästhetik.

Motor und Performance: Front‑V12 auf Extremkurs

Im Herzen der Valen arbeitet ein 5,2‑Liter V12‑Biturbo, der 838 PS liefert. Das ist nicht einfach nur eine Steigerung: gegenüber der Valiant sind es 104 PS mehr, gegenüber der Vanquish 14 PS. Aston Martin gibt 0–100 km/h in 3,1 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 344 km/h an. Bemerkenswert ist die Konstruktion als Frontmotor‑Auto mit Transaxle‑Getriebe (ZF Achtgang), das die Kraft an eine fett abgestimmte Hinterachse überträgt – eine Konfiguration, die Fahrdynamik und Gewichtsverteilung optimiert und deshalb auch bei Hochleistungslimousinen geschätzt wird.

Gewichtsreduktion: Carbon, Titan und Magnesium

Die Valen ist eine Radikalkur in Sachen Leichtbau. Die komplette Karosserie besteht aus Kohlefaser; die Heckpartie ist so gestaltet, dass der Heckscheibe gänzlich Platz gemacht wurde – ein drastischer, aber wirksamer Schritt zur Gewichtsreduktion. Aston spricht von bis zu 110 kg Einsparung gegenüber der Basisplattform, inklusive einem optionalen, ultraleichten Fahrwerks‑Package mit aus dem Vollen gefrästen Titan‑Dreiecksarmen und leichten Aufbauteilen. Magnesiumräder und Carbon‑Keramikbremsen reduzieren die ungefederten Massen weiter – ein klarer Pluspunkt für Agilität und Rückmeldung.

Abgasanlage: Sound als Teil der Inszenierung

Ein besonderes Kapitel ist das Titan‑Auspuffsystem, das Aston als 50 % „lauter“ im Vergleich zur Vanquish beschreibt (Messung außen am Fahrzeug). Entscheidend ist: die Ingenieure haben den Klang nicht durch reine Dezibelsteigerung erzielt, sondern durch akustisches Tuning im unteren Drehzahlbereich und bei Teillast, um im Alltag – beim Cruisen – eine prägnante Stimme zu haben. Das Rohrsystem verläuft ungewöhnlich: Auspuffkanäle führen unter und hinter die Sitze, sodass der Innenraum ebenfalls vom Klangprofil profitiert. Bei aller Theatralik bleibt die Herausforderung: EU‑Lärmvorschriften einhalten und gleichzeitig Emotion erzeugen.

Fahrwerk und Aerodynamik: Rennsport‑Anleihen

Die Valen ist nicht nur optisch extrem: scharf konturierte Flanken, aggressive Seitenkanten und ein markanter Diffusor, der die Hinterräder freilegt, sind funktionale Elemente. Pirelli Cyber Tyres deuten auf eine Performance‑Bereifung hin, die für hohe Kurvengeschwindigkeiten ausgelegt ist. Zusammen mit dem transaxle Layout und der massiven Gewichtsoptimierung dürfte die Valen in Kurven sehr direkten Einlenkverhalten und hohe Querbeschleunigungen bieten. Die radikale Aerodynamik – inklusive der Verzicht auf konventionelle Glasflächen hinten – dient dabei primär der Reduktion von Luftwiderstand und Sog im Heckbereich.

Interieur und Individualisierung: Q‑Abteilung in Reinkultur

Im Innenraum setzt Aston auf Konzentration und Maßarbeit. Eine schlankere Mittelkonsole, fahrerorientiertes Cockpit sowie die Wahl zwischen verstellbaren Sport‑Plus‑Sitzen oder ultraleichten Carbon‑Schalen zeigen den Fokus auf Sportlichkeit. Die Q‑Abteilung bietet umfangreiche Personalisierungen in Leder, Nähungen und Finishes – typisch für eine auf 150 Stück limitierte Edition. Kunden sollen das Auto extrem personalisieren können, was in dieser Preisklasse (geschätzter Einstieg ~2 Mio. USD) erwartet wird.

Praxisaspekte: Alltagstauglichkeit oder reines Erlebnisobjekt?

Bei aller Hochleistung bleibt die Frage der Alltagstauglichkeit. Der Verzicht auf den Heckscheibe schränkt die Rücksicht und Alltagssicht einschränken, die Lautstärke wird auffallen – und Verbrauch sowie Unterhaltskosten sind auf einem anderen Stern. Doch das ist Teil des Konzepts: die Valen ist weniger ein alltagstauglicher Benziner als vielmehr ein Objekt für Connaisseurs, Sammler und Enthusiasten, die das Zusammenspiel von Sound, Mechanik und purer Performance suchen.

Limitierung und Marktposition: Ein Sammlerstück

Mit nur 150 Exemplaren ist die Valen klar als Sammlerobjekt positioniert. Die limitierte Auflage und die massive Individualisierung durch Q sorgen für Exklusivität, die Nachfrage dürfte das Angebot übersteigen – vorausgesetzt, Aston hält den Preisrahmen ähnlich dem erwarteten Level von rund 2 Millionen Dollar. Für die Marke ist die Valen ein Statement: Solange es Enthusiasten und Sammler gibt, besteht Platz für hochexklusive Verbrenner‑Projekte trotz der Elektrifizierungswelle.

Fazit aus Münchner Sicht

Als jemand, der die kurvigen Straßen rund um den Bayerischen Wald und die Alpen schätzt, sehe ich die Valen als ein Stück automobiler Dramatik: ein technisches Kunstwerk, das mit extremer Leistung, purer Mechanik und einem tiefen, titanischen Klangbild begeistert. Für den Alltag ist sie vermutlich zu radikal, als Erlebnis‑ und Sammlerauto jedoch ein klarer Volltreffer für jene, die Verbrennungsmotorik als Kulturgut bewahren wollen.

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