Bentley Continental GT S 2026: 670 PS, 0–100 in 3,5 s und 50 km rein elektrisch – die GT, die Luxus und Power neu definiert

Bentley Continental GT S 2026: 670 PS, 0–100 in 3,5 s und 50 km rein elektrisch – die GT, die Luxus und Power neu definiert

Bentley erweitert die Continental‑Familie um ein neues Mitglied: die Continental GT S (2026). Als Autobesitzer in und um München frage ich mich sofort: Was bringt diese Version praktisch auf die Straße, und für wen lohnt sich der Mehrpreis gegenüber der normalen GT oder den noch extremeren Speed/Supersports‑Varianten? Bentley positioniert die GT S als die sportlich‑komfortable Mitte — mit einem kräftig überarbeiteten, elektrifizierten V8, neuem Fahrwerksumfang und gezielten optischen Akzenten. Ich habe die technischen Eckdaten und die konzeptionellen Änderungen für euch analysiert.

Antrieb: mehr Leistung dank Elektrifizierung

Kern der Überarbeitung ist der V8‑Antrieb mit zusätzlicher elektrischer Unterstützung. Die Systemleistung steigt auf 670 PS (+128 PS) bei einem maximalen Drehmoment von 930 Nm (+160 Nm). Die Kombination aus 4,0‑Liter‑V8 und Elektromotor erlaubt eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in nur 3,5 Sekunden — eine halbe Sekunde schneller als zuvor. Interessant ist die elektrische Reichweite: Bentley gibt rund 50 km rein elektrisches Fahren an. Für Stadtfahrten oder kurze Pendelwege ist das ein echter Vorteil, weil man lokal emissionsfrei unterwegs sein kann, ohne auf die GT‑Charakteristik zu verzichten.

Fahrdynamik: Hinterradlenkung, Sperrdifferenzial und 48‑V‑Anti‑Roll

Die GT S verfügt erstmals in der Modellreihe über eine lenkbare Hinterachse. Das verbessert Wendigkeit in engen Situationen und Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten. Ergänzt wird das Paket durch ein elektronisches Sperrdifferenzial, das Traktion und Kurvenverhalten deutlich präzisiert. Außerdem hat Bentley ein aktives Stabilisierungs­system auf 48‑V‑Basis verbaut, das Rollen reduziert und das Fahrverhalten linearer macht. Für den Fahrer heißt das: mehr Agilität ohne Verlust des souveränen Langstreckenkomforts, den eine Continental auszeichnet.

Design: dezente, aber wirkungsvolle Differenzierung

Optisch distanziert sich die GT S durch dunklere Akzente. Bentley setzt auf rauchgetönte Leuchten vorne und hinten, schwarze Endrohrblenden und spezielle bicolore Leichtmetallfelgen — alles in gedeckter, eleganter Ausführung, die sportliche Intentationen nicht plakativ erscheinen lässt. Im Innenraum kündigt Bentley eine exklusive zweifarbige Polsterung an, kombiniert mit glänzenden schwarzen Zierteilen. Insgesamt ein Auftritt, der Understatement mit sportlicher Signatur verbindet.

Interieur und Ausstattung: sportlich, aber luxuriös

Während umfangreiche Bilder des Innenraums noch rar sind, kündigt Bentley eine spezifische Material‑ und Farbwelt an, die der GT S einen eigenständigen Charakter verleihen soll. Erwähnt werden spezielle Bezugsvarianten und eine auf Sportlichkeit getrimmte Gestaltung. Wie bei Bentley üblich bleibt die Verarbeitungsqualität auf oberstem Niveau: Leder, präzise Nähte und sorgfältig eingefasste Holz‑ bzw. Klavierlack‑Applikationen gehören zum Standardanspruch.

Alltagstauglichkeit: 50 km elektrisch und souveräne Langstrecke

Die elektrische Reichweite von etwa 50 km macht die GT S zu einem alltagstauglicheren Grand Tourer: Kurzstrecken in der Stadt lassen sich emissionsfrei erledigen, während der Verbrenner für Langstrecken zur Verfügung steht. Mit einer Höchstgeschwindigkeit begrenzt auf 300 km/h zeigt Bentley, dass es der Marke weniger um reine Top‑Speed‑Wettkämpfe geht, sondern um die Balance zwischen Performance und Nutzbarkeit.

Positionierung in der Modellpalette und Preisfrage

Die GT S sitzt über dem Einstiegs‑GT und unterhalb der Speed und Supersports. Sie zielt auf Käufer, die mehr Performance als im Basismodell wünschen, ohne in extreme (und oft kompromissreiche) Supersport‑Territorien vorzustoßen. Der Preis wurde noch nicht offiziell genannt, dürfte aber über den rund 257.000 € der Basisversion liegen. Für Käufer bedeutet das: Wer einen Hochleistungs‑GT mit Alltagsnutzen will, dürfte hier gut aufgehoben sein — vorausgesetzt, der Aufpreis bleibt moderat im Verhältnis zur gebotenen Mehrleistung und der exklusiven Ausstattung.

Technik‑Check: Potenziale und Fragen

  • Hybridintegration: Wie ist die Abstimmung zwischen E‑Boost und V8 bei dynamischen Belastungen — nahtlos oder spürbar?
  • Kühlung und Thermik: Mehr Leistung fordert eine optimierte Kühlung; in heißen Regionen und auf langen Passagen ist die Thermik entscheidend.
  • Gewichtsverteilung: Batterie und Elektromotor beeinflussen das Fahrzeuggewicht; Bentley muss hier die Balance zwischen Agilität und Traktionskontrolle wahren.
  • Fahrwerksabstimmung: Die Kombination aus aktiver Wankstabilisierung und Hinterradlenkung bietet Potenzial für ein sehr ausgewogenes Fahrverhalten — die Abstimmung macht den Unterschied zwischen Komfort und Sportlichkeit.
  • Für wen ist die GT S interessant?

  • Enthusiasten, die eine Bentley‑Charakteristik mit gesteigerter Leistungsfähigkeit suchen.
  • Käufer, die Wert auf eine elektrisch unterstützte Mobilität für den urbanen Alltag legen, ohne auf Langstreckenqualitäten zu verzichten.
  • Sammler und Liebhaber, die eine optisch subtile, aber technisch verfeinerte Alternative zur Basis‑GT wünschen.
  • Zusammengefasst verspricht die Continental GT S (2026) eine gelungene Kombination aus mehr Dynamik und erhaltener Grand‑Touring‑Komfortzone. Bentley setzt auf die Elektrifizierung, um Mehrleistung verfügbar zu machen, ohne das klassische GT‑Gefühl zu zerstören — ein Weg, der besonders in unseren Zeiten, in denen Alltagstauglichkeit und Performance gleichermaßen gefragt sind, Sinn ergibt.

    Elmer