BMW bringt die neue 3er‑Generation (G50) und setzt damit ein klares Zeichen: Die Marke kombiniert künftig die Designsprache der „Neue Klasse“ mit einer breiten Modellpalette, in der Verbrenner‑Mild‑Hybrid‑Varianten und vollelektrische i3‑Modelle nebeneinander bestehen. Besonders bemerkenswert ist der radikale Schritt, den BMW diesmal geht: Die neue thermische Palette kommt vollständig ohne Diesel – stattdessen setzt BMW auf Benziner mit 48‑Volt‑Mild‑Hybrid‑Technik sowie auf leistungsstarke Elektrovarianten. Für Käufer und Fans bedeutet das ein deutliches Umdenken, zugleich aber auch spannende Technik und neue Fahrdynamik.
Design und Plattform: vertraut und doch neu
Optisch lehnt sich die neue 3er‑Limousine stärker an die Formensprache der i3 an: schmalere Scheinwerfer, neu interpretierte Kühlergrillpartie und ein insgesamt flacheres, gestrecktes Erscheinungsbild. Die Abmessungen bleiben traditionsbewusst bei 4,77 m Länge, 1,85 m Breite und 1,46 m Höhe bei einem Radstand von 2,86 m – Maßzahlen, die der 3er‑Typologie treu bleiben, jedoch modern interpretiert werden.
Die thermischen Modelle stehen auf der weiterentwickelten CLAR‑II‑Plattform (nicht identisch mit der Neue‑Klasse‑Architektur der i3), was den nötigen Platz für konventionelle Motoren sowie die Integration moderner Assistenz‑ und Infotainment‑Systeme erlaubt. Die sportlicheren Ausstattungen bringen breitere Reifen, größere Lufteinlässe und optische Akzente wie vier Auspuffblenden (bei der M350) mit.
Innenraum: Panoramic iDrive und Fokus auf Bedienung
Im Innenraum zeigt BMW, wie weit die Digitalisierung inzwischen reicht: Das neue Panoramic iDrive besteht aus vier Elementen – Panoramic Vision (Projektionen im unteren Bereich der Windschutzscheibe), ein großes 17,9‑Zoll‑Zentrumdisplay, ein multifunktionales Lenkrad und optionales 3D‑Head‑Up‑Display. Klassisch‑physische Bedienelemente weichen einer stärkeren Integration von Touch, Sprache und Gesten, während der bekannte iDrive‑Controller entfällt.
Materialien reichen von recycelten Stoffen in Basisversionen über hochwertige Synthetikbezüge bis hin zu feinem Merino‑Leder in der Topausstattung. Sitzoptionen mit Massagefunktion unterstreichen den Premiumanspruch der Baureihe. Praktisch: mindestens 450 Liter Kofferraum und variable Sitzbank (40:20:40) für Alltagstauglichkeit.
Antriebspalette: kein Diesel, starke Benziner und elektrisches i3‑Szenario
Die wichtigste technische Botschaft: BMW sagt dem Diesel adé. Stattdessen umfasst die thermische Palette ausschließlich Benzinmotoren mit 48‑Volt‑Mild‑Hybrid‑Unterstützung. Zur Produkteinführung sind drei Motoren vorgesehen:
Alle Verbrennermodelle arbeiten mit einer 8‑Gang‑Steptronic‑Automatik. Eine Plug‑in‑Hybrid‑Variante wurde nicht zur Markteinführung angekündigt; ob sie später kommt, bleibt offen.
Die i3‑Familie: Elektro mit beeindruckender Reichweite
Parallel zur Verbrennerreihe stellt BMW die i3‑Modelle vor – echte Elektroautos innerhalb der 3er‑Familie. Hier zwei zentrale Varianten:
Diese Reichweitenangaben wirken auf den ersten Blick spektakulär; entscheidend wird im Alltag die Balance aus realer Fahrweise, Temperatur und Ladeinfrastruktur sein. BMW betont allerdings die Ladekompetenz: hohe DC‑Leistung, um lange Trips in akzeptabler Zeit zu ermöglichen.
Technik, Assistenz und KI‑Integration
Das neue Betriebssystem integriert BMW Maps, moderne Apps und umfangreiche Sprachassistenten. Der BMW Intelligent Personal Assistant nutzt KI‑Techniken, um die Sprachsteuerung natürlicher zu machen. Assistenzsysteme und Vernetzung sind auf dem neuesten Stand – eine logische Konsequenz für ein Premium‑Fahrzeug im Jahr 2027.
Marktpositionierung und Preise
Für Deutschland gibt BMW Startpreise an: 318 ab 49.900 €, 320 ab 54.900 €, M350 xDrive ab 80.900 €. Die i3 40 xDrive startet ab 59.900 €. In Italien sind erste Preise für die i3 50 xDrive und die First Edition veröffentlicht worden, in Deutschland dürften lokal angepasste Listen folgen.
Fazit für Käufer: wer profitiert vom neuen Konzept?
Die neue 3er‑Generation ist ambivalent: Sie ist Abschied vom Diesel, aber nicht vom Fahrerlebnis. BMW versucht, die Brücke zu schlagen zwischen Tradition und Zukunft – mit Technik, die viele Optionen offenhält und zugleich die Marke in die elektrifizierte Ära führt.
