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BMW M635 CSi (1983): Das M1-Triebwerk in einer GT – 286 PS, 255 km/h und ein Fahrgefühl, das begeistert!

Die BMW M635 CSi (E24) ist ein Stück automobilen Kulturguts: technisch anspruchsvoll, optisch dezent und doch voller Charakter. Als jemand, der in München lebt und die Alpenpässe ebenso liebt wie entspannte Autobahnkilometer, sehe ich in dieser Coupé-Generation ein gelungenes Zusammenspiel aus Langstreckenkomfort und sportlicher Potenz. Die M635 CSi von 1983 brachte den legendären M88/3-Reihenmotor in eine elegante Gran Turismo-Verpackung – ein Konzept, das BMW damals wie heute auszeichnet.

Historischer Kontext und Design

Die E24-Serie debütierte 1976 als Nachfolger der E9-Coupés und etablierte sich rasch als Ausdruck einer neuen GT-Ästhetik: lange Motorhaube, sanft abfallendes Heck und breite Glasflächen. Paul Bracq’ s Entwurf ist bis heute zeitlos; die Nase mit dem charakteristischen „Shark Nose“-Profil prägt das Gesicht der Baureihe. Gegenüber der E9 wuchs die E24 in allen Dimensionen, bot mehr Raum im Innenraum und setzte den Fokus auf Reisekomfort gepaart mit sportlichem Anspruch.

Technische Basis und Entwicklung

Ursprünglich nutzte die E24 viele Komponenten der E12-5er-Generation, doch im Laufe der Zeit wurde das Modell technisch verfeinert. 1982 brachte BMW eine überarbeitete Plattform ein, die unter anderem ein modernisiertes Vorderachskonzept und geänderte Fahrwerkskomponenten umfasste. Diese Anpassungen legten den Grundstein für die spätere Hochleistungsvariante M635 CSi.

Der M88/3: M1-Technik für die GT

Das Herz der M635 CSi ist der M88/3 – ein 3,5-Liter-Reihen-Sechszylinder mit vier Ventilen pro Zylinder, abgeleitet von der M1-Sportlegende. Ohne Katalysator leistet dieser Motor 286 PS bei 6.500 U/min und generiert ein maximales Drehmoment von 340 Nm. Für die damalige Zeit bedeutete dies herausragende Performance: 0–100 km/h in rund 6,4 Sekunden und eine Spitze von etwa 255 km/h. Solche Werte katapultierten die M635 CSi in die Liga der schnellsten viertürigen Coupés und Gran Turismos jener Jahre.

Fahrwerk, Bremsen und Fahrverhalten

Neben dem Motor erhielt die M635 CSi eine Reihe von mechanischen Upgrades: verstärkte Stabilisatoren, straffere Dämpfer und ein größeres Bremssystem mit vorderen Vierkolben-Sätteln. Diese Maßnahmen verwandelten die E24 von einer komfortablen Reiselimousine zu einer fahraktiv abgestimmten GT, die in Kurvenressourcen und Fahrpräzision deutlich zugelegt hat. Die Abstimmung bleibt dennoch reisefreundlich: eine Kombination, die für lange Autobahnkilometer wie für Kurvenhatz taugt.

Interieur und Fahrerplatz

Im Innenraum zeigt die M635 CSi deutliche M-Gene: Sportsitze, ein M-Technik- dreispeichiges Lederlenkrad und eine instrumentierte Tacho- und Drehzahlkombination mit rotem Bereich bei rund 6.900 U/min. Die Verarbeitung wirkt solide, die Ergonomie ist klassisch BMW: fahrerorientiert, klar strukturiert. Auffallend ist die Kombination aus Alltagstauglichkeit (großer Kofferraum, Platz im Fond) und sportlicher Ausstattung – ideal für Vielfahrer, die auch sonntagmorgens die kurvigen Landstraßen lieben.

Wie fährt sich eine M635 CSi heute?

Setzt man sich hinter das Lenkrad einer gut erhaltenen M635 CSi, fällt sofort die Musikalität des Motors auf: ein volles, tiefes Klangbild, das bei Lastwechseln und Drehzahlanstieg emotional anspricht. Der Motor liefert bereits im mittleren Drehzahlbereich kräftige Schubphasen, sodass man nicht permanent hochschalten muss, um vorwärtszukommen. Schaltvorgänge sind mechanisch deutlich spürbar – ein Genuss für Puristen. Auf kurvigen Bergstraßen offenbart die M635 ein souveränes Handling, auf langen Autobahnabschnitten bleibt sie entspannt und ruhig.

Konsum, Unterhalt und Praxis

Natürlich hat der M88/3 seinen Durst: sportliche Fahrweise verlangt deutlich Benzin, und die Wartung solcher Triebwerke ist kostenintensiver als bei einfacheren Sechszylindern. Für Besitzer bedeutet das: regelmäßige Pflege, sorgfältige Überwachung von Einspritz- und Zündsystemen sowie kompetente Werkstätten mit Erfahrung an klassischen BMW-Motoren. Wer das berücksichtigt, erhält jedoch eine zuverlässige und langlebige Maschine mit reichlich fahrdynamischem Potenzial.

Stückzahlen, Markt und Sammlerwert

Die E24-Baureihe wurde von 1976 bis 1989 produziert – eine bemerkenswerte Laufzeit von über 13 Jahren. Insgesamt entstanden rund 86.216 Exemplare. Die M635 CSi ist deutlich seltener: 5.855 gebaute Einheiten bis 1989, wovon 1.767 als M6-Version in die USA exportiert wurden (mit Anlagen zur Abgasreduktion und geringer geschätzter Leistung, etwa 260 PS). Durch diese relative Rarität und die direkte Verbindung zur M1-Technik hat die M635 CSi heute einen stabilen Stellenwert im Sammlermarkt.

Worauf sollten Interessenten achten?

  • Korrosionsschutz und Historie der Karosserie: Die E24 ist anfällig an typischen Stellen – Schweller, Radläufe, Bodenblech.
  • Motor- und Ventiltrieb: M88/3 braucht sorgfältige Prüfung von Ventilsitz, Kompression und Ölkreislauf.
  • Fahrwerk und Bremsen: Überprüfen, ob Sportkomponenten wie verstärkte Stabis und größere Bremsen fachgerecht gewartet wurden.
  • Elektrik und Innenausstattung: Check-Control-Systeme aus den 80ern haben ihre Macken – passende Diagnose ist wichtig.
  • Warum die M635 CSi bis heute fasziniert

    Die Faszination liegt im Spannungsfeld: ein Motor aus dem Motorsport (M1) trifft auf eine komfortable, alltagstaugliche Coupé-Karosserie. Diese Verbindung macht die M635 CSi zu einer besonderen Gran Turismo-Konzeption: leistungsstark, kultiviert und emotional zugleich. Für mich als Münchner, der die Freiheit offener Straßen schätzt, bleibt die M635 ein Traum – ein Auto, das Reisequalitäten und fahrerische Freude elegant miteinander verbindet.

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