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Einzigartige grüne LaFerrari (ex‑Jamiroquai) bei RM Sotheby’s: Wie viel ist dieses Unikat wirklich wert?

Die einzigartige grüne LaFerrari von Jay Kay: Blick auf eine ungewöhnliche Auktions-Rarität

Es gibt Autos, die allein durch ihre Herkunft und Optik Geschichte schreiben. Die LaFerrari, die einst Jay Kay, den Frontmann von Jamiroquai, gehörte, gehört definitiv dazu. RM Sotheby’s bietet dieses Exemplar am 25. April 2026 in Monaco zur Versteigerung an – und der Katalog nennt eine Schätzung von 4 bis 4,5 Millionen Euro. Was diese einzelne LaFerrari so besonders macht, ist nicht nur der prominente Erstbesitzer, sondern vor allem die werksseitige Lackierung in „Signal Green“: die einzige LaFerrari, die offiziell in diesem Farbton ausgeliefert wurde.

Kurzer technischer Überblick: Hybride Hochleistung aus Maranello

Unter der transparenten Motorhaube verbirgt sich der Grund, warum LaFerrari bis heute in Sammlerkreisen so begehrt ist: ein 6,3-Liter-V12-Saugmotor mit 800 PS, ergänzt durch ein elektrisches Hy-KERS-System mit 163 PS. Gemeinsam leisten beide Aggregate 963 PS bei rund 900 Nm Drehmoment. In der Praxis bedeutet das mehr als 350 km/h Spitze und eine Beschleunigung 0–100 km/h deutlich unter drei Sekunden. Diese Kombination aus atemberaubender Mechanik und Elektrifizierung machte die LaFerrari zum Aushängeschild einer ganzen Epoche von Ferrari-Hypercars.

Farb- und Ausstattungsdetails: Signal Green und Carbon-Dach

Die „Signal Green“-Lackierung (PPG 666075) ist mehr als ein modischer Gag: sie ist eine werksseitige Sonderlackierung, die dieses Fahrzeug in ein Unikat verwandelt. Jay Kay wählte diesen Ton offenbar bewusst als Statement, angelehnt an ein lebendiges, fast neonartiges Grün, das sofort ins Auge fällt. Ergänzt wird die Optik durch ein schwarzes Sichtcarbon-Dach – eine Option, die gerade einmal rund 50 Kunden der LaFerrari geordert haben, was die Exklusivität weiter steigert.

Innenraum und Personalisierung: grün-schwarze Kombination mit Signature

Das Interieur setzt die äußere Farbgebung fort: grün-schwarze Polster und kontrastierende grüne Ziernähte auf Lenkrad und Sitzen. Die Sitze sind in der damaligen Größe „Large“ ausgeführt, was auf eine individuelle Bestellung schließen lässt. Weitere Sonderausstattungen umfassen das hydraulische Hebesystem für Vorder- und Hinterachse – nützlich beim Passieren von Rampen – ein Videoaufzeichnungssystem für die Nutzung auf der Rennstrecke, sowie ein maßgeschneidertes Gepäckset in grünem Leder. Besonders auffällig: die Signatur „Jamiroquai“ auf der unteren Lenkradplatte, ein persönliches Detail des ersten Besitzers.

Historie und Laufleistung: gepflegter Sammlerzustand

RM Sotheby’s gibt die Laufleistung mit 12.042 Kilometern an. Jay Kay selbst fuhr lediglich rund 3.000 km mit der LaFerrari, bevor er das Auto 2019 veräußerte. Seither hatte das Fahrzeug zwei weitere Besitzer und einen kontinuierlichen Wartungsnachweis – Wohl ein Punkt, der potenzielle Käufer beruhigt. Insbesondere die Nachweise über Servicearbeiten an der Hybridkomponenten in Großbritannien, Deutschland und Österreich sind relevant, denn die Elektronik- und Batterieteile verlangen spezialisierten Service, um die Langzeitfunktion zu sichern.

Wertentwicklung: realistische Schätzung im Sammlermarkt

Die Schätzung von 4–4,5 Millionen Euro erscheint auf den ersten Blick hoch, im Kontext jüngster Rekorde für Ferrari-Hypercars jedoch vernünftig. Ein LaFerrari Aperta erzielte in den USA jüngst einen Preisäquivalent von rund 9,3 Millionen Euro – ein extremer Ausreißer, sicher, doch der Markt für limitierte Ferrari-Modelle bleibt volatil und von Sammlerleidenschaft getrieben. Faktoren, die den Schätzwert stützen: die geringe Laufleistung, die dokumentierte Wartung, die seltene werksseitige Sonderlackierung und die prominente Erstbesitzergeschichte.

Für Käufer: Prüfpunktliste vor einer Bietentscheidung

  • Servicehistorie prüfen – insbesondere Dokumente zu Hy-KERS-Wartungen und Batteriezustand.
  • Originalität der Ausstattung verifizieren (PPG-Farbcode, Carbon-Dach, individualisierte Plaketten).
  • Karosserie und sichtbare Carbonteile auf Reparaturen oder Nachlackierungen untersuchen.
  • Historie der Zulassungen und Eigentümerketten nachvollziehen.
  • Technische Diagnose durch einen Ferrari-spezialisierten Betrieb empfehlen lassen.
  • Bedeutung für Sammler und Blick aus München

    Als Beobachter aus München sehe ich in diesem Los ein typisches Beispiel für den Sammlermarkt: Es sind nicht nur Leistung oder Technik, die den Preis bestimmen, sondern die Kombination aus Seltenheit, Provenienz und Originalzustand. Ein Farbakzent wie „Signal Green“ verwandelt ein ohnehin schon rares Modell in ein außergewöhnliches Unikat. Für Käufer in Deutschland und dem restlichen Europa bleibt zudem wichtig, die Service-Infrastruktur vor Ort zu bedenken; Hybride High-End-Sportwagen brauchen spezialisierte Betreuung.

    Fazit technischer und sammlerischer Natur

    Die LaFerrari ex-Jay Kay ist mehr als ein Auktionsobjekt: sie ist ein Stück Pop‑Kultur, verpackt in eine Ikone der Automobiltechnik. Wer hier bietet, erwirbt nicht nur ein Auto, sondern ein Sammlerstück mit Geschichte und technischen Besonderheiten, die Pflege und Expertise verlangen. In einem Auktionsumfeld, in dem Geschichten und Provenienz immer stärker zählen, könnte diese LaFerrari trotz der hohen Schätzung nachhaltig Interesse wecken – oder als spektakulärer Verkaufsfall in Erinnerung bleiben.

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