Endlich sicher unterwegs: Neuer THOR-05F Dummy rettet Frauen vor tödlichen Crashs!
In den USA wurde der THOR-05F vorgestellt – ein hochmoderner Crash-Test-Dummy, der erstmals speziell für den weiblichen Körper entwickelt wurde. Verkehrsstaatsekretär Sean Duffy präsentierte das neue Prüfinstrument, das eine jahrzehntelange Lücke in der automobilen Sicherheit schließt. Nach Angaben von Humanetics ist die THOR-05F-Version ab 2027 schrittweise in allen Bundes-Crash-Tests verbindlich, um realistischere Daten zu Verletzungsmustern von Frauen zu gewinnen.
Historische Lücken bei Crash-Test-Dummies
Seit den 1950er-Jahren basieren Crash-Test-Dummies auf Prototypen der US-Luftwaffe. Die Hybrid-III-Familie etwa reflektiert die durchschnittliche männliche Statur von Soldaten vergangener Generationen. Weibliche Prägungen blieben lange auf „Miniaturversionen“ dieser männlichen Dummies beschränkt, ohne echte anatomische Unterschiede zu berücksichtigen. Studien der University of Virginia zeigen jedoch, dass Frauen bei Kollisionen 73 % häufiger schwere oder tödliche Verletzungen erleiden. Besonders Beine, Wirbelsäule und Bauchregion bleiben unzureichend geschützt.
THOR-05F: Technik und Design
- Anatomisch korrekt: Skelett, Gelenke und Organanordnung orientieren sich an den Maßen moderner Frauenpopulationen.
- Sensorik: Über 150 Messpunkte erfassen Kräfteverläufe und Verformungen in Echtzeit.
- Materialien: High-End-Kunststoffe und Aluminium-Legierungen garantieren realistische Elastizität und Bruchverhalten.
- Montage: Modularer Aufbau erlaubt individuelle Anpassungen an unterschiedliche Körpergrößen und Gewichtsklassen.
Das „Thorax Injury and Organ Response“-System (THOR) stellt damit erstmals eine Dummy-Generation bereit, die weibliche Biomechanik mit höchster Detailtreue abbildet.
Warum Frauen stärker gefährdet sind
Lange Zeit wurden Sicherheitssysteme an männlichen Testreferenzen optimiert. Frauen sind jedoch in typischen Autositz-Positionen anders exponiert: Höhere Sitzhöhe, geringere Körpermasse und andere Hüft-Becken-Abstände führen zu abweichenden Verteilungsmustern von Aufprallkräften. In realen Unfällen zeigte sich:
- 73 % höhere Wahrscheinlichkeit für schwere Verletzungen.
- Erhöhte Fraktur-Raten im Becken- und Oberschenkelbereich.
- Häufigere Rückenmarksverletzungen aufgrund unzureichender Rückenpolsterung.
Mit der THOR-05F lassen sich diese Risiken künftig genauer analysieren und in Fahrzeugdesign und Rückhaltesysteme einfließen.
Funktionsweise und Datenerhebung
Im Crash-Labor wird die THOR-05F in realen Front-, Seiten- und Heckaufpralltests eingesetzt. Dank der fortschrittlichen Sensorik können Ingenieure:
- Exakte Kraft- und Druckspitzen an Organen und Knochen messen.
- Verzögerungs- und Beschleunigungsprofile einzelner Körpersegmente aufzeichnen.
- Materialversagen und Deformationen in Echtzeit visualisieren.
Die generierten Daten fließen direkt in die Entwicklung von Airbags, Gurtsystemen und Karosseriestrukturen ein.
Einführungsfahrplan in den USA
Die National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) hat nach der offiziellen Präsentation angekündigt, THOR-05F ab 2027 schrittweise in ihre Testprotokolle zu integrieren. Der Ablauf:
- 2025–2026: Feldversuche in ausgewählten Crash-Laboren.
- Erarbeitung neuer Testnormen gemeinsam mit Verkehrsbehörden und Herstellern.
- Ab 2027: Gesetzliche Verankerung und verpflichtender Einsatz in allen Pkw-Sicherheitsprüfungen der USA.
Internationale Perspektiven
In Europa sind bereits Hybrid-III-Dummies in der 5th-Percentile-Female-Ausführung üblich, doch THOR-05F-Klasse fehlt noch. Euro NCAP plant, ab 2028 realistische weibliche Dummies fest in die Bewertung einzubeziehen. Erste Crash-Laborversuche mit THOR-05F fanden im österreichischen TECCON-Institutsverbund statt. In Asien herrscht eine gemischte Umsetzungslage: Einige Länder nutzen fortgeschrittene männliche Modelle, doch flächendeckende weibliche Prägungen stehen noch aus, da gesetzliche Rahmen und Laborausstattung nachgerüstet werden müssen.
Bedeutung für die Verkehrssicherheit
Die Einführung des THOR-05F markiert einen Meilenstein: Endlich werden realistische Daten für die Hälfte aller Verkehrsteilnehmer gewonnen. Langfristig erwartet man:
- Reduzierung frauenspezifischer Verletzungen bei Crashes.
- Optimierte Gurt- und Airbag-Designs mit individueller Auslösecharakteristik.
- Höheres Vertrauen der Kundinnen in Fahrsicherheit und Hersteller.
- Stärkerer Wettbewerb unter Automobilmarken um sicherheitsoptimierte Fahrzeuge.
Mit THOR-05F rückt der Traum von gleichberechtigter Insassenschutz-Technologie in greifbare Nähe – auch bei uns in Europa und weltweit.
