Die neue BMW X5‑Generation (G65) steht vor der Tür – und BMW hat wenig dem Zufall überlassen. Ende November 2026 soll das Facelift‑und‑Reboot des Klassikers in den Handel kommen. Als langjähriger Beobachter der Szene in und um München sehe ich in dem Modell nicht nur eine optische Evolution: BMW liefert ein Technologie‑ und Antriebsangebot, das seinesgleichen sucht. Diesel bleibt im Programm, flankiert von Benzin, Plug‑in‑Hybrid, einer vollelektrischen iX5‑Variante und später sogar einer Kleinserie mit Brennstoffzelle. Ein „Alles‑in‑einem“-Ansatz, der individuell auf Märkte und Bedürfnisse zugeschnitten ist. Zeit, die wichtigsten Punkte zu beleuchten.
Design und Abmessungen: monolithische Präsenz
Optisch wirkt die neue X5 deutlich massiver und „monolithischer“ als ihr Vorgänger. Die Karosserie ist klar strukturiert, die Flächen wirken glatter, die Radhäuser sind sauber in die Seiten fließend integriert. Die Front trägt kompakte Proportionen mit einem markanten Lichtdesign: die sogenannten „X“-Signaturen in den Scheinwerfern sind ein prägendes Element. BMW bietet die Möglichkeit, diese Signatur zu deaktivieren – ein Hinweis darauf, dass nicht alle Märkte gleich ticken, wenn es um expressive Lichtgrafiken geht.
Die Optik polarisiert, doch die Praxis entscheidet: die vergrößerte Spur und die glatten Flanken versprechen bessere Aerodynamik und reduzierte Luftverwirbelungen.
Antriebsvielfalt: vom Diesel bis zur Brennstoffzelle
Das, was die neue X5 am stärksten auszeichnet, ist die Bandbreite an Antrieben. BMW liefert ein Portfolio, das sich an nahezu jede Kundenerwartung richtet:
Für Käufer heißt das: Auswahl statt Kompromisse. Ob Sie Langstreckenreisen elektrisch abwickeln oder viele Kilometer im Diesel machen – BMW liefert Varianten mit klaren Stärken.
Chassis, Fahrdynamik und Elektronik
Trotz des steigenden Fahrzeuggewichts verspricht BMW ein agiles Fahrverhalten. Die Grundlagen sind solide: ausgeglichene 50:50‑Gewichtsverteilung, adaptives Fahrwerk serienmäßig und auf Wunsch Luftfederung mit aktiver Wankstabilisierung. Entscheidend ist die neue, integrierte Elektronikarchitektur:
Praktisch bedeutet das: mehr Feingefühl bei schnellen Lastwechseln, präzisere Traktionskontrolle und ein homogeneres Fahrverhalten, das souveränere Reaktionen erzeugt – gerade wichtig bei Allradmodellen und in schwierigen Fahrsituationen.
Interieur: radikale Vereinfachung mit Technik‑Statement
Innen setzt BMW konsequent auf Minimalismus: klassische Knöpfe weichen einer großflächigen Display‑Architektur. Das „BMW Panoramic Vision“‑Konzept projiziert Informationen in den unteren Bereich des Windschilds, ergänzt durch ein neues Head‑Up‑Display in 3D. Das zentrale Display ist ein 17,9‑Zoll‑Touchscreen, das Betriebssystem basiert auf einer Android‑Open‑Source‑Plattform (OS X).
Ein Kritikpunkt bleibt: in der Türunterseite finden sich harte Kunststoffe – in dieser Preisklasse eine vermeidbare Schwäche.
Sicherheit & Assistenz: Symbiotic Drive
BMW bündelt die Assistenzsysteme unter „Symbiotic Drive“ – ein Ansatz, der die Unterstützung des Fahrers harmonischer und weniger invasiv gestalten soll. Matrix‑LED‑Scheinwerfer mit enormer Reichweite (bis zu 600 m) und smarte Türöffnungsfunktionen (Abbruch bei Erkennung eines sich nähernden Radfahrers) sind Beispiele für pragmatische Innovationen.
Praxis und Marktposition
Die G65‑X5 positioniert sich klar als Premium‑Allrounder: sie will die Ansprüche von Luxus‑SUV‑Käufern erfüllen und gleichzeitig technische Zukunftsfelder (BEV, H2, PHEV) bedienen. Produktion startet ab August 2026 in Spartanburg, die thermischen Versionen kommen Ende November nach Europa, BEV und PHEV folgen Anfang 2027. Preise wurden noch nicht final genannt – rechnen Sie mit einem höheren Einstiegspreis gegenüber dem Vorgänger, angesichts des technologischen Umfangs.
Für wen lohnt sich die neue X5?
Die Antwort hängt vom Profil ab: Langstreckenfahrer mit Zugang zu Schnellladeinfrastruktur sehen in der iX5 eine echte Alternative zum Diesel. Für Nutzer mit viel Jahreskilometern bleibt der optimierte Diesel attraktiv. Wer Performance und dennoch lokale Emissionsfreiheit möchte, wird sich die M60e‑Variante ansehen. Insgesamt bietet BMW Flexibilität in einer Zeit, in der die Mobilitätsanforderungen stark divergieren.
