Omoda 7 SHS‑P: Der chinesische Plug‑in‑Hybrid‑SUV mit erstaunlichen 128 km elektrischer Reichweite
Mit der Omoda 7 SHS‑P betritt ein weiterer chinesischer Hersteller die europäische Bühne – und das mit einem ambitionierten Technikpaket. Auf den ersten Blick verspricht das Modell eine bemerkenswerte Kombination aus Leistung, elektrischer Reichweite und Ausstattung zu einem wettbewerbsfähigen Preis. Für Interessenten und Flottenbetreiber stellt sich nun die Frage: Wie realistisch sind diese Werte im Alltag, und wo liegen die Stärken beziehungsweise Schwächen dieses Konzepts?
Technologie im Detail: Das SHS‑P‑Konzept
SHS‑P steht für „Super Hybrid Plug‑in“ und beschreibt hier eine Architektur, die einen 1,5‑Liter‑TGDi‑Verbrennungsmotor im Miller‑Zyklus mit zwei Elektromotoren kombiniert. Die Systemleistung wird mit 279 PS angegeben, wobei der Verbrenner 143 PS beisteuert und die elektrischen Aggregate mit 204 PS (Antrieb) sowie 82 PS (Management und Rekuperation) unterstützen. Diese Aufteilung erlaubt es, die elektrische Unterstützung gezielt zu nutzen und gleichzeitig die Batterie durch ein eigenes Aggregat zu laden.
Die Batterie ist vom Typ Lithium‑Eisenphosphat (LFP) und hat eine Kapazität von rund 18,4 kWh. LFP‑Zellen sind bekannt für ihre lange Lebensdauer und thermische Stabilität, haben jedoch eine geringere Energiedichte als NMC‑Zellen. Trotzdem ermöglicht der verbaute Akku laut WLTP‑Angaben eine elektrische Reichweite von bis zu 128 km – ein Wert, der in dieser Klasse bemerkenswert ist.
Praxiswerte vs. Herstellerangaben
Die Herstellerangabe von 128 km elektrischer Reichweite ist in vielen Anwendungsfällen sehr attraktiv: Pendler, die hauptsächlich innerstädtisch unterwegs sind, könnten einen Großteil ihrer Fahrten rein elektrisch absolvieren. Entscheidend bleibt jedoch die Frage nach der realen Reichweite unter Alltagsbedingungen: Temperatur, Fahrweise, Beladung und Nutzung von Heizung oder Klimaanlage haben starken Einfluss. Realistisch betrachtet dürfte die Reichweite in gemäßigtem Klima und sparsamer Fahrweise nahe an den WLTP‑Werten liegen, bei extremeren Bedingungen aber merklich absinken.
Fahrleistungen und Verbrauch
Trotz der elektrischen Reichweite bietet die Omoda 7 eine dynamische Basis: 0–100 km/h in 8,4 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h. Der kombinierte Verbrauch wird mit 2,3 l/100 km angegeben – ein sehr niedriger Wert, der sich aus der intensiven Nutzung des elektrischen Antriebs im Alltag ergibt. Bei Langstrecken, wenn der Verbrennungsmotor mehr Einsatzzeit hat, verschiebt sich dieses Bild naturgemäß.
Ausstattung und Marktposition
Die Omoda 7 SHS‑P wird in zwei Hauptausstattungen angeboten: „Pure“ ab 38.900 Euro und „Premium“ ab 41.900 Euro. Schon die Basisversion bringt 19‑Zoll‑Räder, ein 15,6‑Zoll‑Infotainment‑Display, Full‑LED‑Scheinwerfer, Zwei‑Zonen‑Klima sowie Sitzheizung und Assistenzsysteme wie adaptiven Tempomat und Spurhalteassistent. Das Premium‑Paket ergänzt u. a. ein Head‑up‑Display, Panorama‑Glasdach, ein Sony‑Soundsystem sowie belüftete, elektrisch verstellbare Sitze. Zudem offeriert der Hersteller eine weitreichende Garantie: 7 Jahre oder 150.000 km, mit erhöhter Absicherung für elektrische Komponenten bis zu 8 Jahren bzw. 160.000 km.
Wirtschaftlichkeit und Finanzierung
Für den Einstiegspreis von knapp 39.000 Euro erhält man in der Theorie ein sehr konkurrenzfähiges Angebot. Die Werksfinanzierung zeigt exemplarisch, wie solche Modelle für Kunden kalkuliert werden: moderate Monatsraten bei entsprechender Schlussrate. Für Käufer ist es aber wichtig, den gesamten Total Cost of Ownership (TCO) zu betrachten: Anschaffung, Stromkosten, Wartung, Versicherung und Restwert. Die lange Hersteller‑Garantie reduziert zwar Risiken, doch die Service‑Netze und Ersatzteilversorgung in Europa sind für chinesische Marken weiterhin ein zentraler Prüfstein.
Für wen eignet sich die Omoda 7 SHS‑P?
Offene Fragen und Risiken
Fazit für den Interessenten
Die Omoda 7 SHS‑P bietet technisch attraktive Kennzahlen und ein starkes Preis‑/Ausstattungsverhältnis. Für viele Nutzer könnte sie eine praktische, kosteneffiziente Lösung darstellen, insbesondere wenn der eigene Fahralltag überwiegend stadt- und pendlerorientiert ist. Wer sich für dieses Modell interessiert, sollte aber die Testergebnisse im realen Betrieb abwarten und darauf achten, wie sich das Service‑Netz sowie der europäische Support entwickeln.
