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Stellantis bringt neuen 2,2‑Liter Diesel: Bis zu 400 Nm – das Geheimnis, das Handwerker und Fuhrparks jetzt kennen müssen

Stellantis erweitert das Angebot seiner mittelgroßen Transporter um einen neuen 2,2‑Liter‑Turbodiesel – eine Nachricht, die für Handwerksbetriebe, KEP‑Dienste und Fuhrparkverwalter interessant ist. Der neue Vierzylinder steht ab sofort für Citroën Jumpy, Fiat Scudo, Opel Vivaro und Peugeot Expert zur Verfügung und soll vor allem dort punkten, wo es auf Ausdauer, Zuladung und konstante Leistungsentfaltung ankommt. Ich habe mir die technischen Eckdaten, Einsatzszenarien und praktische Auswirkungen für den Alltag angeschaut.

Leistungsvarianten und technische Daten

Der neue 2,2‑Liter‑Diesel wird in zwei Leistungsstufen angeboten: als 150 Stop&Start mit 110 kW (150 PS) sowie als kräftigere 180 Stop&Start‑Version mit 132 kW (180 PS). Beide Varianten liefern ein maximales Drehmoment von bis zu 400 Nm, was für den Einsatz mit Anhänger oder voller Beladung wichtig ist. Als Getriebe wählt der Käufer je nach Ausführung zwischen einem manuellen 6‑Gang‑Getriebe und der bewährten 8‑Gang‑Automatik EAT8. Die Spitzen­geschwindigkeit liegt, modellabhängig, bei bis zu 185 km/h – ein Hinweis darauf, dass die Motoren nicht nur für Stadtverkehr, sondern auch für lange Autobahntransporte dimensioniert sind.

Abgasnorm und Effizienz

Stellantis betont die Euro 6e‑bis‑Konformität des Aggregats. Technische Maßnahmen umfassen eine moderne Hochdruck‑Direkteinspritzung und ein überarbeitetes Abgasrückführungssystem (EGR). Ziel dieser Maßnahmen ist eine Reduktion von Verbrauch und Emissionen gegenüber den bisherigen Dieselaggregaten, ohne dabei an Durchzugskraft einzubüßen. Für Flottenbetreiber bedeutet das: geringere Betriebskosten bei gleichbleibender Einsatzfähigkeit – vorausgesetzt die Verbrauchswerte werden im realen Einsatz bestätigt.

Warum ein neuer Diesel? Praxisgründe

In Zeiten der Elektromobilität mag das Kommen eines neuen Dieselmotors überraschend wirken – aus praktischer Sicht ist er aber nachvollziehbar. Batterieelektrische Transporter eignen sich hervorragend für innerstädtische Zustellung mit kurzen Routen und festen Ladezyklen. Für Betriebe, die weite Strecken, häufige Wechsel zwischen Stadtverkehr und Autobahn oder hohe tägliche Laufleistungen haben, bleiben moderne Dieselaggregativen oft die wirtschaftlichere Option.

Der neue 2,2‑Liter ergänzt damit die Antriebs‑Palette der Stellantis‑Mid‑Vans: vom vollelektrischen Antrieb für lokale Null‑Emissionen bis zum leistungsstarken Diesel für Langstrecke und hohe Lasten. Diese Multienergie‑Strategie erlaubt es Kunden, das passende Antriebs­konzept für ihr Einsatzprofil zu wählen.

Fahrverhalten und Einsatzprofil

Konkrete Fahreindrücke liegen noch nicht flächendeckend vor, doch die Kombination aus hohem Drehmoment und optionaler EAT8‑Automatik verspricht gute Zugkraft in jeder Alltagssituation: weiche, gleichmäßige Beschleunigung beim Überholen auf der Autobahn, zuverlässige Anfahrt am Berg und komfortables Dahingleiten mit weniger Schaltarbeit im Stop‑and‑go‑Verkehr. Besonders interessant ist die Aussage zur „regulären Leistungsentfaltung“ in verschiedensten Einsatzbedingungen – ein entscheidender Aspekt für den täglichen Nutzerkomfort und die Belastbarkeit des Fahrzeugs.

Wirtschaftlichkeit und Anschaffung

Stellantis positioniert das Aggregat als Option für professionelle Anwender, die Wert auf hohe Reichweiten und konstante Leistungsabgabe legen. Fiat Professional nennt einen Einstiegspreis ab etwa 34.000 Euro – für den gewerblichen Markt ein relevanter Anhaltspunkt. Bei der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung müssen Fuhrparkmanager jedoch die Gesamtbetriebskosten (TCO) berücksichtigen: Kraftstoffverbrauch, Wartungsaufwand, Reparaturkosten und Wiederverkaufswert spielen eine große Rolle. Moderne Dieselmotoren können in puncto TCO gegenüber Batteriefahrzeugen weiterhin Vorteile haben – insbesondere wenn die Infrastruktur zum schnellen Laden fehlt oder die Kilometerleistung sehr hoch ist.

Wartung und Zuverlässigkeit

Mit hochmoderner Einspritztechnik und komplexeren Abgasnachbehandlungs­systemen steigen die Anforderungen an Diagnostik und Werkstattprozesse. Für lange Lebensdauer sind regelmäßige Inspektionen, saubere Betriebsflüssigkeiten und ein stringentes Wartungskonzept unabdingbar. Fuhrparkleiter sollten die Werkstattnetze und Verfügbarkeit von Ersatzteilen prüfen, bevor sie in große Stückzahlen bestellen.

Umweltaspekte und Regulierung

Euro 6e‑bis ist aktuell der Standard, doch Städte und Länder verschärfen zunehmend Zugangs‑ und Emissionsregelungen. Für Betreiber bedeutet das: Kurzfristig bietet der neue Diesel Flexibilität, mittelfristig sollten Flottenstrategien jedoch auch die Entwicklung zu emissionsärmeren Antrieben berücksichtigen. Eine sinnvolle Herangehensweise ist die Mischung aus elektrischen Einheiten für Innenstadtoperationen und effektiven Dieselern für Fern- und Mischbetrieb.

Empfehlungen für Interessenten

  • Analysieren Sie Ihr Einsatzprofil genau: mileage, Laden/Entladen‑Zyklen und Streckenart entscheiden über die richtige Antriebswahl.
  • Prüfen Sie die Verfügbarkeit von Service‑Netzwerken und Ersatzteilen in Ihrer Region.
  • Vergleichen Sie TCO‑Modelle mit Batterievarianten, insbesondere wenn Förderprogramme oder steuerliche Vorteile vorhanden sind.
  • Planen Sie Wartungsintervalle proaktiv – moderne Einspritz‑ und Abgasnachbehandlungssysteme benötigen präzise Pflege.
  • Der neue 2,2‑Liter‑Diesel von Stellantis ist keine Rückkehr in die Vergangenheit, sondern eine pragmatische Ergänzung des Angebots für professionelle Nutzer, die auf Zuverlässigkeit, Reichweite und Zugkraft angewiesen sind. Wer regelmäßig lange Strecken oder hohe Lasten transportiert, findet hier eine attraktive Option — vorausgesetzt, die Wartungskonzepte und Einsatzstrategien sind entsprechend angepasst.

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