Frühjahr 2026 bringt Suzuki einen klaren Schritt in die Elektromobilität: Die neue eVitara markiert den Einstieg der Marke in das Segment der vollelektrischen Kompakt‑SUV. Auf Basis einer speziell entwickelten Plattform, modernen Innenraumkonzepten und einer Batterie‑Architektur, die auf Alltagstauglichkeit ausgelegt ist, will Suzuki punkten – und das zu einem Preis, der für viele Käufer attraktiv erscheinen dürfte. Als Autor aus München schaue ich mir besonders an, wie praxisgerecht dieses Paket für deutsche Käufer wirklich ist.
Neue Plattform und Abmessungen
Die eVitara basiert auf der neuen Heartect‑e‑Plattform, die speziell für batterieelektrische Fahrzeuge konzipiert wurde. Das bringt entscheidende Vorteile: bessere Raumausnutzung, eine optimierte Gewichtsverteilung und die Möglichkeit, Komponenten flacher im Fahrzeugboden zu verbauen. Gegenüber der hybriden Vitara wachsen die Maße moderat: 4,28 m Länge, 1,80 m Breite, 1,64 m Höhe und ein Radstand von 2,70 m. Das ergibt für ein B‑Segment‑SUV ein ausgewogenes Raumangebot – in der Praxis erwarten wir dadurch mehr Kniefreiheit hinten und einen nutzbaren Kofferraum.
Design und SUV‑Charakter
Suzuki hat die Proportionen bewusst robuster gestaltet: ausgeprägte hintere Radhäuser, eine leicht geneigte C‑Säule und wuchtigere Flanken. Felgen in 18 oder 19 Zoll unterstreichen den SUV‑Anspruch. Für Pendler wie auch Familien bietet die erhöhte Bodenfreiheit von 18 cm ein Plus: leichtes Überfahren von Schwellen, sichere Fahrbarkeit auf schlechten Landstraßen – ein nicht zu unterschätzender Vorteil in ländlichen Regionen Oberbayerns oder auf Kopfsteinpflaster innerstädtischer Altstädte.
Antrieb, Batterie und Reichweite
Im italienischen Markt wird die eVitara exklusiv als 4WD‑Variante mit Doppelmotor angeboten: ein starker Frontmotor (174 PS) kombiniert mit einem Heckmotor (65 PS) – zusammen ergibt das ein Systemgesamtpaket von 184 PS und 303 Nm Drehmoment. Das Resultat ist eine praxisgerechte Beschleunigung: 0–100 km/h in 7,4 Sekunden, ausreichend für zügige Überholmanöver und souveräne Auffahrten auf Autobahnen.
Im Zentrum steht die 61‑kWh‑LFP‑Batterie von BYD. LFP‑Zellen sind bekannt für ihre Langlebigkeit und thermische Stabilität – ein Pluspunkt für Käufer, die auf Haltbarkeit und geringere Degradation setzen. Die kombinierte WLTP‑Reichweite wird mit rund 395 km angegeben; im realen Alltag, insbesondere im Stadtverkehr mit regenerativem Bremsen, dürften Tagesreichweiten deutlich komfortabler ausfallen.
Ladeinfrastruktur: Praxisfähige Ladezeiten
Die eVitara lädt AC mit bis zu 11 kW und DC mit bis zu 90 kW. Das bedeutet: Heimladungen über Wallbox sind in akzeptablen Stunden abgeschlossen; an Schnellladern ist von 10 auf 80 % in rund 45 Minuten möglich. Nicht die Spitzenwerte des Marktes, aber vollkommen ausreichend für Alltagsfahrer und Wochenendausflüge – vorausgesetzt, die Infrastruktur entlang der Strecken ist vorhanden.
Interieur und Technik
Im Innenraum setzt Suzuki auf einen modernen, aufgeräumten Look: ein durchgehender, horizontaler Doppel‑Displaybalken vereint Instrumente und Infotainment. Solche integrierten Lösungen steigern die Bedienbarkeit und wirken hochwertig. Erwähnenswert sind auch praktische Features wie eine Wärmepumpe – wichtig für Reichweitenstabilität im Winter – sowie eine 360‑Grad‑Kamera, die das Rangieren in engen Parkhäusern deutlich erleichtert.
Serienausstattung und Preispositionierung
Die eVitara wird in einer gut ausgestatteten Ichi‑4WD‑Version angeboten, Startpreis in Italien: 38.900 €. In dieser Ausstattung sind Schiebedach, Matrix‑LED‑Scheinwerfer, Wärmepumpe, Rundumsichtkamera und diverse Assistenzsysteme bereits enthalten. Für Käufer in Deutschland ist das ein deutliches Signal: Suzuki positioniert die eVitara nicht als reine Einstiegs‑Nutzlösung, sondern als vollwertiges, alltagstaugliches Elektro‑SUV mit solider Ausstattung.
Stärken und Schwächen aus Sicht eines Münchner Pendlers
Für Pendler in und um München, die täglich 50–150 km zurücklegen, bietet die eVitara ein attraktives Profil: sicherer Antrieb, solide Reichweite und eine Ausstattung, die Komfort und Sicherheit vereint. Für Vielfahrer auf Langstrecken ist die etwas geringere DC‑Ladeleistung ein Punkt, der beim Vergleich mit Modellen anderer Hersteller berücksichtigt werden sollte.
Marktposition und Zielgruppe
Suzuki will mit der eVitara Kunden ansprechen, die einen kompakten, aber tauglichen SUV suchen – Familien, Wochenendaktive und Pendler, die Wert auf Wirtschaftlichkeit und Alltagstauglichkeit legen. Die Entscheidung, den Standard auf 4WD zu setzen, unterstreicht einen Fokus auf Sicherheit und Fahrstabilität, gerade bei wechselhaften Straßenbedingungen.
Fazit technischer Überlegungen (ohne Schlusswort)
Die eVitara ist ein durchdachtes Angebot in einem umkämpften Segment: clevere Plattform, robuste Bauweise, langlebige Batterie und eine Ausstattung, die viele Wünsche abdeckt. Ob Suzuki sich damit in Deutschland erfolgreich positionieren kann, hängt von Faktoren wie Preis‑/Leistungsverhältnissen, Händlermarkenkommunikation und vor allem der Verfügbarkeit ab. Für Käufer, die ein verlässliches, alltagstaugliches Elektro‑SUV mit realistischen Betriebskosten suchen, ist die eVitara ein Kandidat, den man auf dem Radar haben sollte.
