Ferrari 849 Testarossa enthüllt: Innenraum voller Tradition, echte Schalter und über 1.000 PS – das Fahrerlebnis, das Sie überraschen wird

Ferrari 849 Testarossa enthüllt: Innenraum voller Tradition, echte Schalter und über 1.000 PS – das Fahrerlebnis, das Sie überraschen wird

Ferrari hat mit der 849 Testarossa einen Namen zurückgebracht, der in der Automobilwelt Legende ist. Doch diesmal handelt es sich nicht um eine bloße nostalgische Reminiszenz: Die neue 849 vereint klassische Anklänge an die glorreiche Vergangenheit mit modernster Technik und einer deutlich fokussierten Fahrerorientierung. Als Fan und Tester aus München schaue ich genauer auf das Interieur — denn hier entscheidet sich, ob eine Supercar‑Ikone wirklich funktioniert oder nur auf dem Papier beeindruckt.

Cockpit vs. Komfort: die Grundidee des Interieurs

Das Armaturenbrett der 849 Testarossa ist kein bloßes Designstatement, sondern das Resultat einer klaren Konzeption: Es soll zugleich den Anspruch einer Gran Turismo‑Karosserie erfüllen und die Direktheit eines Renncockpits bieten. Horizontal aufgebaut, mit einer „schwebenden“ digitalen Einheit im oberen Bereich, reduziert Ferrari die optische Unruhe und verbessert die Ablesbarkeit während der Fahrt. Dieser Ansatz hilft, den Fahrer zu fokussieren – ein zentrales Merkmal bei einer Maschine mit über 1.000 PS.

Interessant sind die „architektonischen Segel“ im unteren Bereich des Amaturenbretts: Sie rahmen die Mittelkonsole und bilden die Bühne für das charakteristische Aluminium‑„Cancelletto“. Dieses eingebaute Gitter ist mehr als Zierde — es ist ein Symbol, das die Verbindung zur Tradition und zu historischen Ferrari‑Elementen herstellt, etwa zur legendären F80.

Physische Schalter statt endloser Menüs

In einer Zeit, in der viele Hersteller das Lenkrad digitalisieren und Touchbedienung in jeden Winkel des Interieurs pressen, geht Ferrari bewusst einen anderen Weg: Das Lenkrad ist mit physischen Schaltern bestückt, und sogar der klassisch‑mechanische Startknopf kehrt zurück. Das hat zwei Effekte: Erstens reduziert es Ablenkung durch endlose Menüebenen, zweitens vermittelt es dem Fahrer ein unmittelbares, taktiles Feedback — entscheidend bei sportlicher Nutzung.

Das digitale Kombiinstrument ist flexibel konfigurierbar und lässt sich schnell an die gewählte Fahrmodus‑Einstellung anpassen. Besonders die Integration des „eManettino“ signalisiert, dass Ferrari die elektrifizierten Fahrmodi ernst nimmt, ohne die puristische Fahrphilosophie preiszugeben.

Materialwahl und Verarbeitung: Luxus mit Zweck

Ferrari setzt in der 849 auf hochwertige Materialien: feinstes Leder, soft‑touch‑Oberflächen und sichtbare Aluminiumapplikationen geben dem Innenraum eine edle, aber nicht übertrieben luxuriöse Anmutung. Alles fühlt sich handwerklich verarbeitet an — Nähte, Einlagen, Schalter: Hier spürt man noch die Handschrift der Manufaktur.

Die Kombination aus edlen Materialien und klarer Funktionalität ist kein Zufall. Bei einer Supercar‑Plattform, die für hohe Performance und gelegentliche Renneinsätze ausgelegt ist, muss die Ausstattung robust und intuitiv sein. Ferrari schafft diesen Spagat: Die Haptik bleibt hochwertig, ohne dass das Cockpit verspielt oder unnötig schwer wirkt.

Sitze: Zwei Varianten, zwei Charaktere

Ferrari bietet die 849 mit zwei Sitzcharakteren an: einer komfortorientierten Variante und einer „Assetto Fiorano“ Racing‑Option. Die Comfort‑Sitze sind überraschend alltagstauglich für eine Supercar‑Spezifikation — genug Polsterung für lange Autobahnkilometer, aber gleichzeitig sportlich konturiert. Die Racing‑Sitze hingegen sind kompromisslos: stärkere Seitenwangen, optimierter Halt, klarer Fokus auf die Performance‑Nutzung.

Für Besitzer, die die 849 sowohl auf der Rennstrecke als auch bei längeren Touren einsetzen wollen, ist die Auswahl entscheidend: Wer oft auf Langstrecken unterwegs ist, wird die komfortablere Variante bevorzugen; Track‑Enthusiasten greifen klar zur Assetto‑Option.

Ergonomie und Bedienbarkeit

Ferraris Ansatz, die wichtigsten Funktionen physisch zugänglich zu halten, zahlt sich in der Ergonomie aus. Die zentrale Bedienleiste ist so positioniert, dass der Fahrer ohne Blickabwendung viele Einstellungen vornehmen kann. Das Fehlen eines zentralen Infotainment‑Screens auf der Fahrerseite ist bewusst gewählt: Ein Display für den Beifahrer existiert, während der Fahrer auf das Wesentliche konzentriert bleibt.

  • Lenkrad mit physischen Bedienelementen für schnelle Eingriffe
  • Startknopf mechanisch, für das klassische Fahrgefühl
  • Digitale Instrumente, klar und umrissbar, schnell konfigurierbar
  • Konnektivität: Modern, aber dezent

    Obwohl Ferrari den Fahrer in den Mittelpunkt stellt, bleibt die 849 technisch auf der Höhe der Zeit: Apple CarPlay, Android Auto und die MyFerrari‑Plattform sind serienmäßig, ebenso induktive Ladefunktionen in der Mittelkonsole. Die Entscheidung, das Infotainment zugunsten einer klareren Fahrfokussierung zu entkoppeln, ist klug: Verbindungsmöglichkeiten sind vorhanden, aber sie dominieren nicht das Cockpitbild.

    Stauraum und Alltagstauglichkeit

    Mit nur 74 Litern Kofferraum bleibt die 849 eine typische Supersportwagen‑Lösung: praktisch für ein kleines Handgepäck, aber nicht für den großen Urlaub. Ferrari kommuniziert klar, dass dieses Auto primär für das Erlebnis gebaut wurde — dennoch ist die Alltagstauglichkeit für kurze Trips gegeben.

    Für wen ist das Interieur gemacht?

    Die 849 Testarossa richtet sich an Enthusiasten, die ein präzises, fahrerzentriertes Erlebnis suchen, ohne auf eine zeitgemäße Konnektivität verzichten zu müssen. Das Cockpit spricht Fahrer an, die taktile Kontrolle und klassisches Handling schätzen, aber zugleich die technischen Hilfen moderner Supersportwagen nutzen wollen.

    In München wie überall gilt: Ein Interieur dieser Klasse muss mehr als nur schön sein — es muss funktionieren, Emotionen wecken und Vertrauen schaffen. Ferraris neue 849 Testarossa scheint das zu schaffen: handwerklich exzellent, ergonomisch durchdacht und mit einer klaren Ausrichtung auf den Fahrer. Für diejenigen, die das direkte Erlebnis suchen, ist das ein Versprechen, das bereits beim Einsteigen beginnt.

    Elmer