Lombardei greift durch: Droht Ihrem Auto bald das Fahrverbot wegen unbezahlter Kfz‑Steuer 2020? Prüfen Sie jetzt!
Lombardei startet große Überprüfung der Kfz‑Steuer 2020: Was Autobesitzer jetzt wissen müssen
Ab dem 16. Februar 2026 hat die Region Lombardei eine umfassende Operation zum Nachholen und Einziehen von nicht bezahlten Kfz‑Steuern (bollo auto) für das Jahr 2020 gestartet. Tausende Fahrzeughalter könnten betroffen sein, denn die Regionalbehörde nutzt die verbleibende Frist vor Eintritt der Verjährung, um säumige Fälle zu identifizieren und die entsprechenden Vorankündigungen für einen möglichen «fermo amministrativo» (amtlicher Fahrzeugstillstand) zu versenden.
Warum jetzt gehandelt wird: Die Rolle der Verjährung
Der Grund für das beschleunigte Vorgehen ist juristisch einfach: Steuerforderungen unterliegen einer Verjährungsfrist. Wenn die Region die Mahnungen nicht vor Ablauf der Frist zustellt, gehen die Ansprüche verloren. Deshalb werden jetzt möglichst viele Übertretungen formal festgestellt und den Betroffenen mitgeteilt — ein zeitlich begrenztes Fenster, das zum Handeln zwingt.
Wie funktioniert der Vorankündigungs‑Mechanismus?
Wer eine Vorankündigung (preavviso di fermo amministrativo) erhält, hat 30 Tage Zeit, seine Situation zu bereinigen. Innerhalb dieses Zeitraums kann der Betroffene entweder die ausstehende Steuer begleichen oder eine Ratenzahlung beantragen. Erfolgt keine Reaktion, wird der Stillstand offiziell ins Register eingetragen.
Das ist nicht nur unbequem — für Besitzer, die ihr Auto dringend brauchen oder verkaufen wollten, kann es existenzielle Folgen haben.
Wo und wie Sie Ihre Lage prüfen können
Die Überprüfung erfolgt über das digitale Portal «Area Personale Tributi» der Region Lombardei. Der Zugang ist aus Sicherheitsgründen an eine digitale Identifikation gekoppelt — SPID, CIE (elektronischer Personalausweis) oder CNS. Dort lässt sich einsehen, ob offene Forderungen bestehen, Zahlungen durchführen, eine Ratenvereinbarung beantragen oder Unstimmigkeiten melden.
Wichtige Empfehlungen: Sofort prüfen und handeln
Digitalisierung — Fluch oder Segen?
Seit 2022 versendet die Region alle Mitteilungen zu Kfz‑Steuern digital. Das erhöht die Effizienz, birgt aber auch Risiken: Wer veraltete Kontaktdaten oder eine ungenutzte E‑Mail‑Adresse hat, erhält möglicherweise keine Benachrichtigung. Das ändert jedoch nichts an der rechtlichen Verantwortung des Steuerpflichtigen: Nicht empfangene Post entbindet nicht von der Zahlungspflicht.
Änderungen ab 2026, die Fahrzeughalter kennen sollten
Ab 2026 gelten neue Regeln für neu zugelassene Fahrzeuge: Für Neuzulassungen wird die Möglichkeit der Ratenzahlung eingeschränkt. Die Bollo‑Gebühr für neue Kennzeichen muss künftig in einer Summe bis zum letzten Tag des Monats nach der Zulassung beglichen werden. Diese Neuerung betrifft nicht rückwirkend alte Fälle, macht aber die Planung beim Neuwagenkauf strenger.
Rechtliche Schutzmöglichkeiten und häufige Fallstricke
Folgen für den Alltag der Betroffenen
Abgesehen vom unmittelbaren Fahrverbot bringt ein eingetragener fermo administrative praktische Probleme: Leasingverträge, Versicherungen und Handelsgeschäfte mit dem Fahrzeug werden erschwert. Gewerbliche Fahrzeughalter oder Personen, die auf ihr Fahrzeug angewiesen sind, sollten besonders aufmerksam sein.
Praxis‑Checkliste für betroffene Fahrzeughalter
Diskussion: Verhältnismäßigkeit vs. Haushaltssicherung
Die Regionalverwaltung betont die Notwendigkeit, Steuerausfälle aufzuholen, um öffentliche Dienste zu finanzieren. Verbraucherschützer und Verbände kritisieren hingegen das enge Zeitfenster und warnen vor bürokratischen Fehlern, die unschuldige Bürger treffen können. Diese Debatte — Effizienz der Einnahmesicherung gegen soziale und administrative Fairness — wird die kommenden Wochen politisch begleiten.
Was Sie jetzt tun sollten
Für Fahrzeughalter in der Lombardei gilt: handeln Sie proaktiv. Prüfen Sie Ihr Konto in der Area Personale Tributi, halten Sie Zahlungsbelege bereit und nutzen Sie die Frist sinnvoll, um Unstimmigkeiten zu klären. Wer rechtzeitig reagiert, verhindert den Eintrag des fermo und die damit verbundenen praktischen Einschränkungen.
