Porsche streicht die elektrische 718? Die brisante Wahrheit hinter den Gerüchten, die Fans erzürnt!

Porsche streicht die elektrische 718? Die brisante Wahrheit hinter den Gerüchten, die Fans erzürnt!

In den letzten Tagen kursierten Berichte, dass Porsche die elektrischen Versionen der 718‑Familie (Boxster und Cayman) einstellen könnte. Als Münchner Autofahrer, der über Jahrzehnte Sportwagen beobachtet hat, finde ich diese Debatte faszinierend — vor allem, weil sie drei grundlegende Fragen berührt: den Stand der technischen Entwicklung, die wirtschaftliche Tragfähigkeit eines solchen Projekts und die strategische Ausrichtung einer Traditionsmarke. Hier analysiere ich die Lage anhand der bekannten Fakten, den Gerüchten und den möglichen Szenarien.

Was genau wird behauptet — und was sagt Porsche?

Laut mehreren Quellen wird berichtet, dass der neue Porsche‑CEO Michael Leiters die Fortführung des 718‑EV‑Projekts prüfe und mögliche Streichungen in Erwägung ziehe. Begründet wird dies mit angeblich außer Kontrolle geratenen Entwicklungskosten und Verzögerungen. Porsche Italien bezeichnete die Berichte jedoch als Spekulationen und verneint offizielle Aussagen. Wichtig: Es gibt bislang keine bestätigte Unternehmensentscheidung, sondern lediglich Hinweise auf interne Diskussionen.

Technischer Hintergrund: Wie weit war das Projekt?

Die Idee einer rein elektrischen Cayman/Boxster reicht mindestens bis zum Mission R Concept (2021) zurück. Porsche testete Prototypen mit Hochvolttechnik und eindrucksvollen Performance‑Werten; erste Erlkönig‑Sichtungen bestätigten, dass es funktionierende Testfahrzeuge gab. Ursprünglich war ein Marktstart der 718 EV für 2025 geplant, später wurde der Termin auf 2026 verschoben. Prototypen und Entwicklungsarbeit sind also vorhanden — das Projekt ist keine bloße Idee mehr.

Warum Porsche das Projekt abbrechen wollen könnte

  • Kostenexplosion: Entwicklungsaufwand für eine Leichtbau‑Sportwagen‑Plattform mit leistungsfähiger Batterie, Thermomanagement und Ladeinfrastruktur ist enorm. Insbesondere bei geringer Stückzahl können die Entwicklungskosten pro Fahrzeug sehr hoch ausfallen.
  • Marktnachfrage: Sportwagenkäufer sind eine spezielle Kundengruppe. Es ist ungewiss, in welchem Umfang reine Elektro‑Sportwagen dieses Segment ohne Verbrenneroption wirtschaftlich tragen.
  • Produktionskapazität und Prioritäten: Porsche investiert stark in andere, volumenstärkere Elektroprojekte (z. B. Taycan‑Familie, Cayenne EV‑Pläne). Die Kapazitäten an F&E und Fertigung sind begrenzt.
  • Warum ein vollständiges Aus für die 718 EV unwahrscheinlich wäre

    Ein Abbruch hätte mehrere Nachteile: die bereits getätigten Investitionen wären zum Teil verloren, und Porsche würde ein klares Signal in Richtung Rückschritt bei der Elektromobilität senden. 2025 kamen rund 27 % der Porsche‑Zulassungen aus vollelektrischen Modellen — ein erheblicher Anteil. Außerdem sind die technischen Erkenntnisse aus dem 718‑EV‑Projekt wertvoll und übertragbar auf andere Modelle. Strategisch macht es wenig Sinn, die Entwicklung komplett einzustellen, ohne eine tragfähige Alternative zu haben.

    Mögliche Alternativen und Kompromisse

  • Hybridisierung statt reiner Batterie: Ein Plug‑in‑Hybrid mit kleinerer Batterie und Verbrenner als Reichweitenverlängerer wäre eine pragmatische Lösung, die Fahrdynamik erhält, die Kosten aber senkt.
  • Leistungssegmentierung: Die Oberklasse und Leistungspalette könnten weiterhin von Verbrenner‑ oder Hybridvarianten abgedeckt werden, während die Einstiegsvarianten batterieelektrisch bleiben.
  • Verzögerung und Redimensionierung: Das Projekt wird nicht gestrichen, sondern technisch angepasst — z. B. weniger extremes 900‑V‑System, kleinere Batteriekapazität und Fokus auf Agilität statt reiner Leistungsmaximierung.
  • Technische Herausforderungen speziell für eine elektrische 718

    Die größte Herausforderung liegt in der Beherrschung der Masse: Batterien erhöhen das Gewicht, und bei einem Sportwagen wie der 718 ist die Gewichtsverteilung und das geringe Gesamtgewicht zentral für die Agilität. Um die Fahrdynamik zu erhalten, müssten Chassis, Federung, Achsgeometrie und Kühlung neu gedacht werden. Zudem verlangt hohe Leistung in kurzen Zeiträumen ein sehr effizientes Thermomanagement, was die Komplexität und Kosten erhöht.

    Markt‑ und regulatorischer Kontext

    Europa hat seine Emissionsziele verschärft, und Elektrostrategien sind Teil der langfristigen Planung vieler Hersteller. Ein vorzeitiges Aus eines Projekts, das den Einstieg in ein elektrisches Sportwagensegment ermöglicht hätte, würde in diesem Kontext fragwürdig erscheinen. Gleichzeitig gibt es Unsicherheit über die Kaufbereitschaft reiner Elektro‑Sportler: Manche Puristen bevorzugen Verbrenner, während junge Käufer möglicherweise flexibler sind.

    Was bedeutet das für Kunden und Fans?

  • Für Enthusiasten: Ein reines Aus würde viele enttäuschen, die auf ein elektrisches 718‑Erlebnis gehofft hatten.
  • Für Investoren und Porsche: Die Entscheidung wird Kosten, Reputation und langfristige Flexibilität beeinflussen.
  • Für die Branche: Eine Streichung könnte Signalwirkung haben — oder sie könnte ein pragmatischer Schritt sein, um Ressourcen anderweitig zu bündeln.
  • Fazit der Analyse (technisch‑strategisch)

    Die Meldungen sollten als Warnsignal verstanden werden, nicht als finale Entscheidung. Porsche steht vor einer Abwägung: Weiterentwickeln mit hohem Aufwand und Risiko oder neu justieren, um Ressourcen effizienter einzusetzen. Aus Sicht eines Ingenieurs und Fahrers wäre eine technisch sinnvolle, gewichtsbewusste elektrische 718 reizvoll — aber nur, wenn sie echte Porsche‑Dynamik liefert. Andernfalls ist ein Hybrid‑ oder zweigleisiger Ansatz (Verbrenner + Elektro) ein realistischer Kompromiss, um Tradition und Zukunft zu verbinden.

    Für Leser in Deutschland und weltweit bleibt wichtig: Augen offenhalten, offizielle Ankündigungen abwarten und die technische Substanz hinter Spekulationen prüfen. Porsche hat die Mittel und das Know‑how — die Frage ist, wie die Marke ihre Prioritäten künftig setzt.

    Elmer