Ferrari Purosangue Handling Speciale: 725 PS, schärferes Fahrwerk — ist das der wildeste SUV‑Ferrari aller Zeiten?
Ferrari hat die Purosangue noch einmal geschärft: Mit der neuen Konfiguration „Handling Speciale“ verspricht der Hersteller aus Maranello ein noch direkteres, reaktiveres Fahrerlebnis, ohne die Alltagstauglichkeit der ersten Ferrari‑Viersitzer‑SUV zu opfern. Für mich als Münchner, der sowohl kurvige Landstraßen als auch Autobahnetappen und gelegentliche Alpenausflüge schätzt, ist spannend zu sehen, wie Ferrari die Balance zwischen Supercar‑Dynamik und Alltagskomfort weiter optimiert hat.
Weniger Wanken, mehr Präzision
Kern der Modifikation ist die Neukalibrierung der aktiven Fahrwerksregelsysteme, die laut Ferrari die Karosseriebewegungen um etwa zehn Prozent reduziert. Praktisch bedeutet das: geringere Nick‑ und Wankneigung, schnellere Reaktion bei Lastwechseln und ein insgesamt kompakteres Fahrgefühl. Auf kurvigen Landstraßen sollte die Purosangue dadurch merklich stabiler und spurtreuer wirken, was bei einem so hohen Fahrzeuggewicht ein großer Gewinn ist.
Transaxle‑Layout bleibt Vorteil
Unverändert bleibt das technische Grundprinzip: Front‑mittelmotor mit Transaxle‑Getriebe hinten. Diese Bauweise sorgt weiterhin für eine sehr ausgewogene Gewichtsverteilung und ist ein entscheidender Faktor für die Agilität eines solch großen Fahrzeugs. Im Alltag heißt das: gefühlte Leichtfüßigkeit trotz fast zwei Tonnen Leergewicht, vorausgesetzt Fahrwerk und Elektronik arbeiten harmonisch zusammen.
Schärfere Gangwechsel oberhalb 5.500/min
Ferrari hat auch die Getriebesteuerung überarbeitet. Die Schaltzeiten sollen in sportlichen Modi deutlich knackiger werden, vor allem ab etwa 5.500 U/min, dem Bereich, in dem der V12 seine stärkste Charakteristik zeigt. Für den Fahrer bedeutet das mehr Direktheit und intensiveren Kontakt zum Motor: schnelle Reaktionen bei Schaltvorgängen und eine betonte Leistungsentfaltung im hohen Drehzahlbereich.
V12‑Sound als emotionales Instrument
Ferrari hat dem 6,5‑Liter‑V12 nicht mehr Leistung spendiert, wohl aber den Innenraumsound intensiviert. Die Abstimmung zielt darauf ab, das akustische Erlebnis bei Beschleunigung und Startvorgang präsenter zu machen, ohne jedoch die Langstrecken‑Tauglichkeit zu berauben. Damit betont die Marke eine ihrer Kernkompetenzen: der Motor als emotionaler Verstärker.
Diskrete optische und materielle Differenzierung
Optisch bleibt die „Handling Speciale“ zurückhaltend: spezifische Leichtmetallräder, matte oder satinierte schwarze Zierteile und Carbon‑Akzente heben das Paket hervor, ohne die Linienführung zu stören. Innen finden sich vermehrt sichtbare Carbon‑Elemente und exklusive Materialien, die das sportliche Paket unterstreichen.
Bei den Zahlen bleibt alles beeindruckend
Die Performance‑Daten sind bekannt: 725 PS, 716 Nm, 0–100 km/h in 3,3 Sekunden und eine Spitzengeschwindigkeit jenseits von 310 km/h. Solche Werte sind für einen Viersitzer mit erhöhter Karosserie bemerkenswert und belegen die doppelte Natur des Autos: Supercar‑Leistung bei zugleich hoher Alltagstauglichkeit.
Handling Speciale: für wen lohnt sich das Paket?
Das Paket richtet sich an Fahrer, die regelmäßig dynamisch unterwegs sind und das Maximum an Fahrzeugkontrolle verlangen, ohne auf den Komfort einer alltagstauglichen Luxus‑GT zu verzichten. Wer sporadisch sportlich fährt, wird die Modifikationen zwar bemerken, doch der wahre Mehrwert zeigt sich erst bei häufigeren, forcierten Fahrten, idealerweise auf kurvigen Strecken oder Rennstrecken‑Tagen.
Wartung und Langzeitwert
Ferrari bietet für die Purosangue ein erweitertes Wartungspaket über sieben Jahre an. Das ist nicht nur Komfort für den Käufer, sondern stärkt auch die langfristige Wertstabilität eines solchen Modells. Gerade bei Hoch‑Performance‑SUVs spielt die Service‑Historie eine große Rolle für die Wiederverkaufspreise.
Was beim Testfahren besonders zu prüfen ist
Die Purosangue Handling Speciale ist eine logische Evolution: Ferrari hat das Fahrzeug gezielt sportlicher justiert, ohne die ursprüngliche Dualität aus Performance und Alltagstauglichkeit preiszugeben. Für Enthusiasten, die das Auto öfter fordern wollen, kann dieses Paket den Unterschied zwischen einem schnellen SUV und einem echten, fahrdynamisch konsistenten Ferrari ausmachen.
