Unfassbar: Diese VW Golf II Fire and Ice hat beim Sachsen Classic alle in Staunen versetzt!

Unfassbar: Diese VW Golf II Fire and Ice hat beim Sachsen Classic alle in Staunen versetzt!

Renaissance einer Ikone: Die Golf II Fire and Ice beim Sachsen Classic 2025

Beim Rallye-Event Sachsen Classic 2025 vom 14. bis 16. August in Sachsen erlebte eine der seltensten Volkswagen Golf II-Editionen ein beeindruckendes Revival: die „Fire and Ice“. Entwickelt von Designer Willy Bogner jr., feierte sie 1990 ihr Debüt und wurde nur im Jahr 1991 auf Basis der GTI gebaut. Das Team der Autostadt Wolfsburg setzte ein Exemplar in Szene, und unsere Probefahrt zeigte, warum diese limitierte Sport-Golf bis heute so begehrt ist.

Historischer Hintergrund und poppiges Design

Die Bezeichnung „Fire and Ice“ stammt vom Bogner-Film „Feuer, Eis & Dynamit“, in dem Roger Moore die Hauptrolle spielte. VW griff diesen grenzüberschreitenden Ansatz auf und kreierte eine Golf mit markantem 90er-Jahre-Flair:

  • Karosserie: Dunkler Violet Perleffekt-Lack, der in der Sonne changiert.
  • Grafik: Neon-pinkfarbene „Fire and Ice“-Schriftzüge auf den C-Säulen.
  • Bodykit: Farbgleiche Stoßfänger, breite Seitenschweller und Kotflügelverbreiterungen.
  • Felgen: Spezielle Estoril-Leichtmetallräder in 15 Zoll.
  • Interieur: Violette und blaue Stoffbezüge, sportliche Sitze mit Stickereien, anthrazitfarbener Dachhimmel und ein Logo im Aschenbecher.

Nur rund 2.500 Exemplare wurden gefertigt, wovon etwa 2.000 Fahrzeuge mit dem 90-PS-Motor ausgeliefert wurden. Ein echtes Sammlerobjekt und gleichzeitig ein Stück popkultureller Automobilgeschichte.

Technische Daten und Ausstattung

  • Motor: 1,8-Liter-Vierzylinder, 90 PS (4-Ventil-Version), drehfreudig und zuverlässig.
  • Getriebe: 5-Gang-Schaltbox, bewusst direkt übersetzt für sportliches Fahren.
  • Fahrwerk: Sportabstimmung mit strafferen Federn und Dämpfern, verbessertem Stabilisator.
  • Bremsen: Scheibenbremsen vorne, Trommeln hinten, gut dosierbar auch unter Rallye-Bedingungen.
  • Gewicht: Rund 950 kg, was sich in Agilität und Leichtfüßigkeit niederschlägt.

Dieser Mix aus Technik und reduziertem Komfort schafft eine ungefilterte Verbindung zwischen Fahrer und Straße – ein Kontrastprogramm zu heutigen Assistenzsystemen.

Analoges Fahrvergnügen auf Landstraßen

Die Sachsen Classic führte uns über schmale Landstraßen zwischen Dresden und dem Erzgebirge. Ohne Infotainment, Touch-Bedienung oder elektronische Helfer wirkt die Fire and Ice geradezu meditativ:

  • Lenkung: Direkt und kommunikativ, liefert unmittelbares Feedback über die Vorderräder.
  • Schaltung: Ein wenig rustikal, aber präzise – perfekte Mechanik für Enthusiasten.
  • Sitze: Erstaunlich bequem, selbst an heißen Augusttagen ohne Klimaanlage.
  • Motor: Angenehmer Klang, konstant im Drehmoment, ideal für flüssiges Kurvenfahren.

Nach fast 100.000 Kilometern Laufleistung blieb die Karosserie steif, das Fahrwerk spielfrei und keine störenden Knarzgeräusche trübten den Genuss.

Spezialprüfung Lausitzring: Wenn Oldtimer fliegen

Auf dem GP-Kurs Lausitzring durften wir die Fire and Ice bei einer der Wertungsprüfungen etwas fordern. Obwohl kein Vergleich zu modernen Rennfahrzeugen möglich ist, überzeugte das historische Sondermodell:

  • Stabilität: Selbst in schnellen Kurven keine nennenswerten Karosserieneigungen.
  • Grip: Die Reifen hielten die Ideallinie, ohne zu quietschen.
  • Reaktion: Sofortige Rückmeldung beim Einlenken, schafft Vertrauen auch bei hohem Tempo.
  • Zuverlässigkeit: Lediglich eine Auspuffhalterung gab nach, rasch vom Autostadt-Team vor Ort repariert.

Kein Strafpunkt in der Sonderprüfung – ein Beleg für den hervorragenden technischen Zustand und die Robustheit dieses Klassikers.

Zustand und Pflege durch die Autostadt

Die Volkswagen Autostadt in Wolfsburg betreut ihre historischen Fahrzeuge nicht im Museum, sondern fährt sie aktiv. Diese Fire and Ice genießt regelmäßige Inspektionen und Ölwechsel. Das Ergebnis:

  • Originalität: Alle Karosserieteile, Lack und Interieur-Elemente sind unverändert.
  • Wartung: Dokumentierte Historie mit Belegen aller Arbeiten.
  • Fahrbereitschaft: Jeder Einsatz führt zu weiteren Kilometern auf der Uhr, statt endlose Standzeiten.

Tipps für Sammler und Interessenten

  • Wartungsunterlagen prüfen: Lückenlose Historie erhöht den Wert.
  • Karosseriecheck: Gängige Roststellen an Schweller und Radläufen inspizieren.
  • Fahrwerksabstimmung: Original-Federn und Dämpfer beibehalten oder nur fachgerecht ersetzen.
  • Teileverfügbarkeit: Estoril-Felgen, spezifische Aufkleber und Interieur-Stoffe nur in Spezialausführung.
  • Regelmäßige Nutzung: Hält Dichtungen geschmeidig und Elektrik feuchtigkeitsfrei.

Elmer